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Sie beeinträchtigen die Stand- und Verkehrssicherheit: Die Schäden, die bei einer Bauwerksprüfung an der Decke des Beutelsbacher Stiftsbads gefunden wurden, zwingen die Stadt nach eigenen Angaben zum Handeln. Vom 9. November an wird deshalb das Hallenbad für voraussichtlich sechs bis acht Wochen geschlossen, worunter der Vereinssport und der Schulsport leiden. Seit Ende des Mineralbads Cabrio in Endersbach hat Weinstadt für Schwimmer während der kalten Jahreszeit nur noch eine Trainingsmöglichkeit.

Mancher Stadtrat fühlte sich in der vergangenen Gemeinderatssitzung an das seit Jahren verfallende Cabrio erinnert. CDU-Stadtrat Friedrich Dippon, selbst Zimmerermeister, weiß noch, dass dessen Niedergang auch mit festgestellten Deckenschäden begann. Das Hochbauamt schätzt die Kosten für die Schadensbehebung im Stiftsbad und die erweiterte Untersuchung der Decke auf 150 000 Euro. Klar ist, dass es jederzeit teurer werden kann, zum Beispiel durch die plötzlich nötige Sanierung von Heiz- und Trinkwasserleitungen. Oder wenn die alte Lüftungsanlage, die ihre Lebensdauer längst überschritten hat, den Geist aufgibt. Das Hochbauamt empfiehlt in der Sitzungsvorlage ganz klar, jetzt schon Maßnahmen für einen Hallenbadneubau am Bildungszentrum einzuleiten.

Bürgerbegehren kippte Neubau des Schwimmbads

Die Chance für einen Neubau hatte es schon 2010 gegeben. Am Standort des alten Cabrios sollte für sechs Millionen Euro ein Bad entstehen. Der Gemeinderat stimmte knapp dafür, eine Bürgerinitiative unter der Führung der 2014 in den Gemeinderat gewählten Beutelsbacher Volker Gaupp (CDU) und Doris Groß (GOL) sammelte daraufhin 5398 gültige Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Beim anschließenden Entscheid stimmte in allen Stadtteilen, mit Ausnahme von Endersbach, eine Mehrheit gegen den Neubau.

Mit Blick aufs Stiftsbad hatten einige Stadträte die Sorge, dass mit der Anbringung einer neuen Akustikdecke neue Feuchtigkeitsschäden entstehen könnten. Sie forderten, als Alternative sogenannte Akustiksegel zu prüfen. Als es kurz hitzig wurde und CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger Hochbauamtsleitern Danielle Göhner attackierte („Ich finde es nett, Frau Göhner, dass Sie das lustig finden“), schlug Baubürgermeister Thomas Deißler einen Vor-Ort-Termin mit den Stadträten vor, zusammen mit einem Bauphysiker. OB Michael Scharmann sicherte zu, nur dann Geld in die Sanierung der Decke zu stecken, wenn garantiert ist, dass der Kostenrahmen von 150 000 Euro nicht überschritten wird. Das Gerüst soll im Bad am 12. November aufgestellt werden, von diesem Zeitpunkt an ist auch ein Vor-Ort-Termin möglich.

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